Gicht

Gicht

Gicht (Arthritis urica oder Podagra)
   
Die Arthritis urica oder Gicht (ghidu= Schmerz) ist eine erbliche Erkrankung, die zu akuten, anfallsartigen, später chronischen Gelenkveränderungen führt. Sie geht mit einer Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut einher.

Es handelt sich hierbei um eine Erkrankung des Purinstoffwechsels. Purine sind Bestandteile des Zellkerns und somit lebensnotwendige Bausteine aller Lebewesen. Diese finden sich z.B. im Fleisch, Leber, Hirn, Fisch etc. Also alles was als tierisches Nahrungsmittel gilt.

Die bei der Zellerneuerung freigesetzten Purine werden im Körper zu Harnsäure abgebaut und als harnpflichtige Substanz mit dem Urin ausgeschieden. Der normale Harnsäurespiegel im Blut beträgt 2,0 - 6,5 mg %. Dieser ist nahrungsabhängig. Isst jemand besonders viel Fleisch, so steigt auch der Harnsäurespiegel. Bei pflanzlicher Ernährung ist er gering.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass ein erhöhter Zellumsatz im Körper, wie z.B. bei Leukämien, den Säurespiegel steigen lässt. Auch Alkohol führt zur Erhöhung der Harnsäure im Blut.

Männer erkranken an einer Gicht 10- bis 20-mal häufiger als Frauen, meist um das 40. Lebensjahr. Bei der primären Gicht besteht entweder eine vermehrte Bildung oder eine verminderte Ausscheidung von Harnsäure. Der sekundären Gicht, liegt ein Überangebot an Purinen, oder eine Zurückhaltung derselben, durch eine Niereninsuffizienz zugrunde.

Symptome
Man unterscheidet vier Stadien der Gicht:

Gichtanlage ohne Symptome
Akuter Gichtanfall
symptomfreies Intervall
Bleibende Gelenkveränderungen

Leitsymptom ist der akute Gichtanfall, der zu einer akuten Gelenkentzündung führt (Arthritis urica) infolge von Harnsäurekristallen im Blut.

Zu der Bildung von Harnsäurekristallen kommt es, wenn die erwähnten Normalwerte überschritten werden, weil die Löslichkeitsgrenze der Harnsäure erreicht ist. Die Harnsäurekristalle lagern sich vor allem in den Nieren und den Gelenken ab.
Die akute Gicht ist eine äusserst schmerzhafte Angelegenheit. Selbst der Luftzug auf der Haut tut weh!!!

In fast allen Fällen wird primär das Großzehengrundgelenk befallen.
Anfallsauslösend können sein:

überreiches Essen
alkoholische Exzesse
Kälte
Traumen 

Die Attacke ist, wie schon erwähnt, außerordentlich schmerzhaft. Das Gelenk ist rotblau verfärbt, geschwollen und ungemein berührungsempfindlich. Es besteht Fieber, Leukozytose und eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit. Nach 3-5 Tagen klingen die Erscheinungen meist wieder ab.

In der chronischen Phase kommt es zu einer knotenförmigen Ablagerung von Harnsäurekristallen im Gewebe, die Tophi genannt werden. Diese Gichttophi, meist erbsengroß, finden sich vorwiegend an den Ohrmuscheln, aber auch an den Fingern und Zehen wie an den Ellenbogengelenken. In fortgeschrittenen Stadien kommt es zu irreversiblen, also nicht rückführbaren Gelenkdeformitäten.

Therapie
Der Arzt verordnet medikamentös Colchicin, Salizylate, Phenylbutazon. Medikamente, welche die Harnsäureausscheidung steigern und Medikamente, welche die Harnsäureproduktion hemmen.

Zuviel Eiweiß, zu viel purinreiche Stoffe in der Nahrung weglassen, weil der Harnsäurespiegel im Blut proportional zu der mit der Nahrung zugeführten Purinmenge ansteigt. Es gilt heute als gesichert, dass eine Verringerung der Purinmenge in der täglichen Kost auch eine Senkung des Harnsäurespiegels im Blut bewirkt.

Physikalische Therapie im akuten Stadium: kalte Wickel, Packungen, Kryotherapie (Kältetherapie), Ruhigstellung. Im chronischen Stadium Hochfrequenztherapie, Iontophorese, aktive Übungsbehandlung zur Kontrakturprophy1axe.

Naturheilkunde
Als oberstes Gebot wie schon erwähnt Nahrungsumstellung. 4 Wochen tierisch eiweißfreie Nahrung und der Patient fühlt sich wie Neugeboren. Zudem helfen im akuten Anfall Enzyme, Auch Akupunktur kann die Schmerzen verringern.
Nebenbei bemerkt: Eine Übersäuerung kann bei fast allen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises vorkommen. Daher sollte eine Therapie auch immer in einer Reduktion der Säuren bestehen.

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