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Lexikon > Reflexe > Tibialis-Posterior Reflex


Tibialis-Posterior Reflex


Physiologischer Eigenreflex, der in der Segmenthöhe zwischen dem PSR und dem ASR liegt und sich wie diese verhält, also bei Pyramidenläsionen oberhalb seines Segmentes gesteigert, bei Läsionen innerhalb seines Reflexbogens aber abgeschwächt oder erloschen ist. Letzteres ist vor allem bei wirbelnahen Wurzelläsionen der Fall, und zwar selektiv bei einer LS ‑Wurzelschädigung der zugehörigen Seite. Dabei bleiben so im klassischen Fall des lateralen Bandscheibenvorfalls LW 4 / 5 ‑PSR und ASR unberührt. Bei medialerem Sitz des Bandscheibenvorfalls werden TPR und ASR gemeinsam tangiert, desgleichen natürlich auch bei Läsionen des N. ischiadicus und weiter distal des N. tibialis, nicht aber des N. fibularis, ohne dass etwa der M. tibialis posterior auch motorisch ausfallen müsste, da dessen Innervation sicherlich über mehrere Segmente läuft, sein Eigenreflex jedoch nur Ober LS. Die Auslösung des TPR erfordert Übung und Geduld. Dann kann man ihn bei normalen Fällen in ca. 90 % auslösen.

Auslösung: durch einen ganz kurzen Schlag von verschiedener Heftigkeit genau gegen die Sehne des M. tibialis posterior oberhalb des inneren Knöchels mit Richtung auf die Tibia, mitunter besser auch distal vom Knöchel. Weitere Möglichkeit: beim knienden Patienten wie für den ASR

Effekt  mehr oder weniger deutlich sichtbare kurze Einwertsbewegung des Fußes und reflektorisches Hochspringen der Sehne, sicht‑ oder tastbar. Steigerung bis zum Klonus möglich.Die Beobachtung des Effektes muss entlang der Längsachse des Beines erfolgen, also nicht von der Seite her. Entscheidend ist die Seitendifferenz des TPR. Doppelseitiger Ausfall ist nur sehr bedingt verwertbar.