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Lexikon > Reflexe > Fress-oder Saugreflex


Fress-oder Saugreflex


Dieser pathologische, beim Säugling noch normalerweise nachweisbare SAUGREFLEX tritt bei Erwachsenen nur bei schweren doppelseitigen Großhirnschädigungen, epileptischen Anfällen, im tiefen Coma wie auch beim großhirnlosen Hund oder beim Hemicephalus wieder auf, der nur über Oblongata und Mittelhirn verfügt. Enthemmungsphänomen, häufig beim sogenannten apallischen Syndrom nach schwerer Hirnkontusion, auch bei chronischer cerebraler Alkoholschädigung. Entweder mit Spatel, Bett- oder Handtuchzipfel oder auch Fingerspitze streicht man zwischen den Lippen evtl. bis zur Zungenspitze vor und zurück, worauf es zu Saug- und evtl. Schluckbewegungen, unter Umständen auch zum Festbeißen kommt gleichsam als oraler Greifreflex Gelegentlich tritt als erstes bei Annäherung ein weites Aufsperren des Mundes auf. Auch der optische Reiz der Annäherung an den Mund kann also unter Umständen zur Auslösung ausreichen.Im Vollzug des sogenannten oralen Einstellautomatismus wendet sich beim voll ausgebildeten Freß oder Saugreflex der Mund in die jeweilige Richtung des optischen oder taktilen Reizes. Bemerkenswert ist oft auch der zufriedene" Gesichtsausdruck während des refiektorischen Saugaktes, ein besonderes Phänomen die gelegentliche verbale Stellungnahme, z. B. eines Korsakow Patienten (amnestischer Symptomen Komplex), der sonst bewußtseinsklar und motorisch unbehindert war, zu seinem Saugreflex. Er interpretierte ihn als bewußte und willkürliche Handlung meldete auch (bei wiederholten Kontrollen) die Lust zu weiteren Reflexformen an (.Soll ich 'reinbeißen?") und schnappte auch des öfteren nach dem Finger, um dann schließlich friedlich daran zu saugen.